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Herr Müller und die Sache mit dem Koffer

Kapitel 9: Die Kaffeemaschine verweigert die Aussage

„Wir verhören jetzt die Kaffeemaschine“, erklärte Frau Schnabel. Herr Müller sah sie lange an. „Vor einer Woche hätte ich diesen Satz für einen schlechten Scherz gehalten.“ „Und heute?“ „Heute halte ich es für eine völlig normale Verwaltungsmaßnahme.“ Die Maschine stand auf dem Küchentisch und blinkte trotzig. Auf ihrem Display erschien PERSONALNUMMER EINGEBEN. „Ich habe keine“, sagte Müller. ZUGRIFF VERWEIGERT. Dr. Achtarm holte einen Stempel hervor. „Wir könnten eine vorläufige Nummer vergeben.“ „Auf keinen Fall“, sagte Müller. „Ich will nicht versehentlich eingestellt werden.“

Ferdinand öffnete eine kleine Klappe an der Rückseite. Dahinter lag ein winziges Glas mit bernsteinfarbener Flüssigkeit. „Honig“, sagte Müller. „Ein bewährtes Konservierungsmittel“, erwiderte der Koffer. „Bei geeigneter Lagerung kann Honig sehr lange genießbar bleiben. Die Maschine nutzt eine fiktive, zeitliche Variante davon.“ Müller hob eine Augenbraue. „Ich finde es bemerkenswert, dass ausgerechnet du zwischen echten und erfundenen Dingen unterscheidest.“ „Das ist meine beste Eigenschaft.“ Dr. Achtarm entnahm dem Gerät einen schmalen Papierstreifen.

Die Maschine begann zu rattern. Vier Kassenbons fielen heraus. Auf jedem stand ein anderer Dienstag. Der erste berichtete, Müller habe die Kühlschranktür zugeschlagen. Im zweiten habe er den Koffer auf den Balkon gestellt. Im dritten habe er Frau Schnabel für eine Versicherungsvertreterin gehalten. Im vierten habe er versucht, den Würfel mit Spülmittel zu reinigen. „Das war kein guter Einfall“, murmelte Ferdinand. „Ich habe diese Dinge wirklich getan?“ fragte Müller. Frau Schnabel nickte. „Jedes Mal wurde der Tag zurückgesetzt. Ihre Erinnerungen wurden ausgelagert.“

Der letzte Bon war länger. Darauf stand: NEUSTARTS DIENEN NICHT DEM SCHUTZ DER WOHNUNG. SIE DIENEN DEM SCHUTZ VON HERBERT MÜLLER. „Wovor?“, fragte Müller. Die Kaffeemaschine piepte. AUSKUNFT NUR AN ABTEILUNG 7. „Das reicht“, sagte Herr Müller. Er zog den Stecker. Zum ersten Mal war es still. Dann druckte die Maschine ohne Strom einen letzten Zettel: SIE HABEN DIE KATASTROPHE SELBST AUSGELÖST. Herr Müller las den Satz zweimal. „Jetzt“, sagte er, „möchte ich sehr gern wissen, was ich früher beruflich gemacht habe.“

Nächstes Mal: Ein Wombat liefert den ersten Hinweis, der sich nicht einfach wegdiskutieren lässt.

Passend dazu: Wissen, das keiner braucht