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Herr Müller und die Sache mit dem Koffer

Kapitel 8: Ein Pinguin namens Günther

Günther der Pinguin mit rotem Schal überreicht Herrn Müller einen Kieselstein, während Ferdinand, Frau Schnabel und Dr. Otto Achtarm zuschauen.

Vor Herrn Müllers Wohnungstür stand ein Pinguin mit rotem Schal. Er hielt einen Kieselstein im Schnabel und sah aus, als habe er einen langen Anreiseweg hinter sich. „Günther“, sagte Frau Schnabel mit einer Mischung aus Erleichterung und Vorwurf. Ferdinand zog sich hinter den Sessel zurück. „Du hast dich kaum verändert“, sagte der Koffer. Der Pinguin legte den Stein vor Frau Schnabel ab und verbeugte sich. Herr Müller schüttelte den Kopf. „Ich werde nie wieder behaupten, mein Dienstag sei langweilig.“

„Manche Pinguinarten verwenden Kieselsteine beim Nestbau und bei der Balz“, erklärte Dr. Achtarm. „Aber Günther hat andere Gründe.“ Auf dem Stein stand eine sorgfältig eingeritzte Sieben. Günther zog einen zweiten hervor: MITTWOCH. Ein dritter trug die Uhrzeit 19:42. „Das ist eine Nachricht“, sagte Frau Schnabel. „Und zwar eine alte.“ Der Pinguin nickte und zog ein kleines Notizbuch aus dem Schal. Auf der ersten Seite war eine Zeichnung: eine Maschine, sieben Ringe und zwei Männer im Anzug.

Herr Müller zeigte auf den einen Mann. „Das bin ich.“ „Richtig“, sagte Günther. Seine Stimme war erstaunlich tief. „Und das ist Ferdinand, bevor er zum Reisegepäck wurde.“ Müller musste sich setzen. „Du kannst auch sprechen?“ „Ich rede nur, wenn es nötig ist. Bei Behörden kann das Jahrzehnte dauern.“ Günther blätterte weiter. Die nächste Zeichnung zeigte eine Explosion. Die dritte zeigte Frau Schnabel, die eine Tür mit der Zahl 7 verschloss. „Warum erinnern Sie sich an all das?“ fragte Müller.

Günther betrachtete seine Steine. „Weil ich damals einen Fehler gemacht habe.“ Ferdinand schnaubte. „Einen Fehler? Du hast mein ganzes Leben umgepackt!“ Frau Schnabel legte beruhigend eine Hand auf den Koffergriff. Günther deutete auf die letzte Seite seines Notizbuchs. Dort stand: WENN DIE SIEBEN WIEDER AUFTAUCHT, BEGINNT DER COUNTDOWN. Die Küchenuhr sprang auf 19:41 Uhr. „Das ist keine gewöhnliche Erinnerung“, sagte Frau Schnabel. „Das ist eine Warnung.“ Eine Minute später sollte der Spiegel antworten.

Nächstes Mal: Die Kaffeemaschine muss erklären, was mit vier verschwundenen Dienstagen geschehen ist.

Passend dazu: Wissen, das keiner braucht