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Herr Müller und die Sache mit dem Koffer

Kapitel 12: Herr Müller wird befördert

Herr Müller sitzt über einer alten Personalakte, die Schildkröte Frau Langsam zeigt ihm ein altes Foto, während Dr. Achtarm mit einem Stempel ausholt.

Die Schildkröte hieß Frau Langsam, was Herr Müller für einen unnötig deutlichen Familiennamen hielt. Sie führte ihn in ein Büro voller Akten. Auf dem Schreibtisch stand ein Namensschild: HERBERT MÜLLER. Darunter lag eine Personalakte, deren erste Seite mit dem Jahr 1873 begann. „Da liegt ein Fehler vor“, sagte Müller. „Das sagen Sie seit 153 Jahren“, erwiderte Frau Langsam. „Wir haben den Einwand inzwischen als wiederkehrendes Ereignis erfasst.“ Dr. Achtarm nickte anerkennend. „Sehr ordentlich.“

Die Akte enthielt Auszeichnungen für besondere Verdienste, eine Abmahnung wegen unzulässiger Zeitkorrektur und einen Antrag auf Urlaub, der noch immer nicht bearbeitet war. „Warum dauert das so lange?“ fragte Müller. „Weil Sie Ihren eigenen Antrag unterschreiben müssten“, erklärte Frau Langsam. „Und das dürfen Sie wegen Befangenheit nicht.“ Müller überlegte, ob er den Schreibtisch aus dem Fenster werfen sollte. Es gab allerdings kein Fenster. Nur ein Bild von einem Schmetterling, unter dem stand: SCHMETTERLINGE SCHMECKEN MIT DEN FÜSSEN. „Was soll das?“ „Ein Motivationsposter“, sagte Achtarm.

Auf Seite sieben wurde es ernst. Müller war nicht nur Mitarbeiter gewesen, sondern hatte die Abteilung mitgegründet. Sein Dienstgrad lautete vorläufiger Direktor, ruhend während einer Zeitlinienkorrektur. „Vorläufig?“ fragte er hoffnungsvoll. „Ja“, sagte Frau Schnabel. „Ihre endgültige Ernennung wurde damals ausgesetzt.“ „Wunderbar. Dann bleibe ich vorläufig arbeitslos.“ „Das entscheidet die Personalabteilung“, sagte Dr. Achtarm und setzte einen Stempel. Müller zog die Akte an sich. „Keinen weiteren Stempel ohne meine Zustimmung!“

Frau Langsam schob ihm ein Foto hin. Darauf standen Herr Müller, Professor Koffer und eine jüngere Frau Schnabel vor einer seltsamen Maschine. „Das ist der Tag vor dem Unfall“, sagte sie. „Sie hatten gerade beschlossen, dass niemand eine Entscheidung rückgängig machen darf, ohne ihre Folgen zu kennen.“ Müller betrachtete sein früheres Gesicht. Der Mann auf dem Foto sah selbstbewusst aus, beinahe vergnügt. „Warum habe ich dann alles vergessen?“ fragte er. Frau Schnabel deutete auf die nächste Akte. Sie trug die Aufschrift ERINNERUNG – NUR MIT MARMELADE ÖFFNEN. „Weil Sie etwas retten wollten“, sagte sie. „Und weil Sie damals glaubten, es gäbe keinen anderen Weg.“

Nächstes Mal: Ein unscheinbares Marmeladenglas enthält einen Ausschnitt aus dem Jahr 1873.

Die nächste Folge erscheint morgen, 6 Uhr.

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